Altstadtplatz, Altstädter Rathaus Orloj

ltstädter Ring
Jan-Hus-Denkmal
Altstädter Rathaus Orloj
Altstädter Rathaus Orloj
Teil Orloj
Teynkirche
Der Altstädter Ring mit Blick auf die Teynkirche
Haus zur steinernen Glocke und Palais Kinsky
Haus zur steinernen Glocke und Teynkirche
Kilian Ignaz Dientzenhofers Nikolauskirche 1732-1735
Der Altstädter Ring ( Staroměstské náměstí) ist der zentrale Marktplatz der Prager Altstadt. Er nimmt mehr als 9000 m² ein.

Allgemeines
Das historische Rathaus, die Teynkirche, die Hussitenkirche St. Niklas in der Altstadt, das Palais Kinský, das Haus "Zur Steinernen Glocke" und andere sehenswerte Gebäude umgeben den Platz. Inmitten des Altstädter Rings steht das Denkmal für Jan Hus. In den Kellern der Häuser, welche diesen Platz umgeben, sind romanische und gotische Grundmauern zu finden. Darauf stehen Renaissance- Barock- und Rokokohäuser.
Altstädter Rathaus
An der Südostecke des Altstädter Rings befindet sich das Altstädter Rathaus (Staroměstská radnice) mit der Aposteluhr (Orloj). Diese wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts vom Astronomen Magister Hanusch vollendet. Das Rathaus selber wurde im gotischen Baustil mit Rund- und Spitzbogenfenstern ausgestattet.
Bemerkenswert ist besonders der Erker mit 5/8-Schluss, der zu einer um 1360 begonnenen gotischer Erkerkapelle gehört. Sie wurde um 1381 der Jungfrau Maria geweiht. Während das Maßwerk der Bogenzwickel und die mit Krabben bekrönte Wimperge (Ziergiebel) noch weitestgehend original sind, sind die Säulenfiguren unter den Baldachinen eine Zutat des 19. Jahrhunderts. Lediglich die Marienstatue an der linken Gebäudeecke ist die Kopie einer 1381 geschaffenen Sandsteinfigur (Original im Museum der Hauptstadt Prag).
Während des Prager Aufstandes 1945 wurde das Rathaus durch den Beschuss durch deutsche Truppen stark beschädigt und nach dem Krieg umfassend restauriert. Der neogotische Anbau musste abgebrochen werden. An seiner Stelle liegt heute ein kleiner Park mit einer Gedenkstätte für die Gefallenen des Aufstandes.
Teynkirche
1365 begann man mit dem Bau der dreischiffigen, gotischen Teynkirche (Týnský chrám), auch "Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn" (Kostel Panny Marie před Týnem) genannt. Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden die Türme (Adam und Eva) fertiggestellt, die sich nicht gleichen und von denen einer 80 m hoch ist. 1390 wurde in Peter Parlers Hütte das Tympanon über dem Nordportal erschaffen. Es stellt die Leiden Christi dar. Im Inneren befinden sich eine gotische Kanzel, die am Altar des nördlichen Seitenschiffes zu sehende Kalvarienszene aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts und zwei Sedilia (lateinisch singular "sedile" Stuhl oder Sessel) am Abschluss der Seitenschiffe mit Bildnisköpfen um 1400. Außerdem steht dort das älteste aus dem Jahre 1414 stammende Prager Taufbecken aus Zinn, ein spätgotischer Steinbaldachin aus dem Jahr 1493 von Matthias Rejsek und viele Holzschnitzereien. Die Gemälde von Karel Škréta aus den Jahren 1648-1660 sind am Hauptaltar und an den Seitenaltären zu finden. Rechts vom Hauptaltar steht das Grabmal des am Hofe des Kaisers Rudolf II. wirkenden dänischen Astronomen Tycho Brahe aus dem Jahre 1601.

 Commons: Teynkirche – Bilder, Videos und Audiodateien
Ungelt
Neben der Teynkirche existierte ein selbstständiger, eingezäunter (otýněný oder kurz týn) Platz mit kaufmännischem Hof, der Teynhof. Er bestand als Handelsplatz und Zollstätte schon seit dem 11. Jahrhundert und wurde 1135 erstmals urkundlich erwähnt. Fremde Kaufleute stapelten hier Waren, verkauften sie und fanden Quartier. Dazu gesellten sich bald darauf Werkstätten und ein Hospital mit romanischer Marienkirche, dem Vorläufer der Teynkirche. Das tschechische Wort týn hat den selben Sprachstamm wie das deutsche Wort Zaun oder das englisch Wort town. Ab dem 14. Jahrhundert bestand hier eine Zollstelle, wegen der der mit Gebäuden umgebene Hof mit zwei Toren auch Ungelt genannt wurde. Nach Abschaffung der Zollpflicht 1558 schenkte Ferdinand I. den Hof an Jakob Granovský von Granov. Unter ihm wurde er um 1560, wie das Portal mit Wappen und Jahreszahl ausweisen, in einen zweiflügeligen Renaissancepalais toskanischer Prägung mit Arkadenumgang im ersten Stock umgewandelt.
Palais (Golz)-Kinský
Das Rokoko-Palais wurde von Kilian Ignaz Dientzenhofer geplant und 1755-65 von Anselmo Lurago errichtet. Es beherbergt heute die graphischen Sammlungen der Nationalgalerie.
Im Februar 1948 verkündete der Präsident Klement Gottwald den Prager Einwohnern vom Balkon des Palastes aus die kommunistische Machtübernahme. Die Gendenktafel erinnert an dieses Ereignis.
Gegenwärtig ist das Palais Gegenstand eines spektakulären Rechtsstreites zwischen dem früheren Eigentümer, (Fürst) Franz Ulrich Kinsky und dem Tschechischen Staat. Infolge dieser ? Formfehler ist die Konfiszierung offenbar ungültig, was jedoch die Tschechischen Behörden bisher nicht dazu veranlasst hat, das davon betroffene Vermögen zurückzustellen.
Haus zur steinernen Glocke
Das "Haus zur steinernen Glocke" (U kamenného zvonu; Nr. 16 / CN 605) steht rechts neben dem spätbarocken Palais Kinsky. Es wurde Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut und wahrscheinlich als Stadtpalast unter König Johann von Luxemburg umgebaut und aufgestockt. Die Zuweisung bleibt jedoch Spekulation, vor allem wegen der außergewöhnlichen Größe und Ausstattung nimmt man ein Mitglied der königlichen Familie als Bewohner an und denkt zumeist an die Mutter Karls IV., die Přemyslidenfürstin Eliška, die nach chronikalischer Überlieferung ein Haus in der Altstadt besessen hatte. Auch Karl IV. selbst sollte nach seinem Einzug in Böhmen während der notwendigen Renovationen seines künftigen Sitzes, der Prager Burg, in diesem Haus gewohnt haben. Zwischen frühgotischen Kreuzstockfenstern standen Statuen, von denen Konsolen und Baldachine noch erhalten sind. Ein Ritter und zwei thronende Gestalten konnten aus den Resten rekonstruiert werden. Das Hauszeichen und der Namensgeber waren eine steinerne Glocke.
Als das Haus im 17. Jahrhundert barockisiert wurde, benutzte man über 12.000 ursprüngliche Bauelemente und Reliefsteine weiter. Es diente sozusagen als sein eigener Steinbruch. Nach weiteren Umgestaltungen wurde das Haus in den 1970er/1980er Jahren in den gotischen Zustand zurückversetzt, soweit die verschiedenen Bauelemente dies zuließen. Im Keller des Hauses, das für Ausstellungen genutzt wird, befindet sich ein Lapidarium für die Fragmente und eine kleine Ausstellung über die Geschichte des Hauses und der Rekonstruktion.
Nikolauskirche
Dieses Gotteshaus ist ein nach Plänen von Kilian Ignaz Dientzenhofer in den Jahren 1732 bis 1735 als Ersatz für eine durch einen Brand zerstörte romanische Pfarrkirche errichteter Barockbau. Die Skulpturen stammen von Anton Braun, einem Neffen von Matthias Braun. Die Kuppelfresken stammen von Peter Asam.
In den Jahren 1870 - 1914 diente die Kirche der Orthodoxen Kirchen, später wurde sie als Garnisonskirche und dann als Lagerraum verwendet. Seit 1920 dient sie der Tschechischen Hussitischen Kirche.


 Commons: St. Nikolaus in der Altstadt – Bilder, Videos und Audiodateien